Das PGN-Format erklärt: Schachnotation richtig lesen und schreiben
Eine verständliche Übersicht des PGN-Standards: Kopfdaten, Züge, Kommentare und Ergebniscodes, um jede Schachpartie-Datei fehlerfrei zu nutzen.
PGN – Portable Game Notation – ist der weltweite Textstandard, den nahezu jedes Schachprogramm zum Speichern von Partien nutzt. Beim ersten Öffnen in einem Texteditor wirkt die Datei oft unübersichtlich, doch der Aufbau ist sehr logisch. Hier erfährst du, was die einzelnen Bestandteile bedeuten.
Die zwei Hauptbereiche jeder PGN
Eine PGN-Partie besteht aus genau zwei Abschnitten: Einem Block aus Kopfdaten (Tag Pairs) am Anfang und dem Zugtext (Movetext) darunter. Die Tags beschreiben die Rahmendaten; der Zugtext ist die eigentliche Partie.
Kopfdaten (Tag Pairs)
Tags sind wie folgt aufgebaut: [Event "Weltmeisterschaft"] – ein Bezeichner in eckigen Klammern, gefolgt vom Wert in Anführungszeichen. Der PGN-Standard definiert ein Set von sieben grundlegenden Tags, den sogenannten Seven Tag Roster:
Event– Name des Turniers oder Wettkampfs.Site– Austragungsort der Partie.Date– Datum im FormatJJJJ.MM.TT; unbekannte Angaben werden durch??ersetzt.Round– Rundennummer, sofern zutreffend.WhiteundBlack– Namen der Spieler.Result–1-0,0-1,1/2-1/2oder*für eine noch laufende Partie.
Viele Exporte enthalten weitere Angaben wie ECO (Eröffnungscode), WhiteElo, BlackElo oder TimeControl. Für die Lesbarkeit durch Analyseprogramme sind diese nicht zwingend erforderlich – entscheidend sind die Züge –, doch zur sauberen Archivierung gehören sie zum guten Ton.
Zugtext (Movetext)
Unter den Tags folgt die eigentliche Partie in standardisierter algebraischer Notation mit fortlaufenden Zugnummern:
1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Be7 1-0
Jedem weißen Zug geht die Zugnummer mit Punkt voraus; der schwarze Zug folgt direkt ohne erneute Nummer (wobei Notationen wie 5...Be7 nach eingefügten Kommentaren ebenfalls zulässig und üblich sind). Am Ende steht stets das Ergebnis, übereinstimmend mit dem Tag Result.
Kommentare und Anmerkungen
Freitextkommentare stehen in geschweiften Klammern: 3. Bb5 {Spanische Eröffnung}. Nebenvarianten werden in runde Klammern gesetzt und können verschachtelt sein. Numerische Anmerkungssymbole (NAGs) wie $1 (guter Zug, „!“) oder $4(grober Fehler, „??“) bieten eine kompakte, sprachunabhängige Kennzeichnung. Die meisten Analyse-Tools filtern Kommentare und Varianten beim Import automatisch heraus und werten die Hauptvariante aus.
Ein minimales, vollkommen gültiges Beispiel
Tags sind über die Pflichtangaben hinaus optional, und selbst diese können weitgehend leer bleiben. Folgendes ist bereits eine vollständige, regelkonforme PGN:
[Event "?"] [Site "?"] [Date "????.??.??"] [Round "?"] [White "?"] [Black "?"] [Result "*"] 1. e4 e5 *
Deshalb funktioniert das manuelle Abtippen von Partieformularen reibungslos – man muss nicht jedes Feld ausfüllen, damit ein Tool die Datei verarbeitet. Siehe auch unsere kommentierten PGN-Beispiele zum direkten Kopieren.
Häufige Formatierungsfehler
Einige Fehler bringen strenge Parser zum Scheitern: Deskriptive Notation statt algebraischer (P-K4 statt e4), unvollständige Klammern bei Kommentaren sowie ein fehlendes Ergebnis am Partiende. Fehlende Tags verzeiht ein toleranter Parser meist problemlos, doch beschädigte Zugzeilen sind die häufigste Ursache für fehlgeschlagene Importe.
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