Werkzeuge10. Juli 2026·5 Min. Lesezeit

Wie man eine PGN-Datei bearbeitet (Kostenlose Tools und manuelle Methoden)

Wie du PGN-Dateien korrigierst, annotierst oder anpasst – kostenlose Online-Editoren, Desktop-Software und die direkte Textbearbeitung.


Manchmal möchte man eine PGN nicht nur analysieren, sondern auch anpassen: Einen falschen Spielernamen korrigieren, Notizen einfügen, Züge kürzen oder zwei Dateien zusammenführen. Da PGN reiner Text ist, geht das unkomplizierter als gedacht. Hier sind die besten Optionen.

Option 1: Direkt als reinen Text bearbeiten

Für kleine Korrekturen – ein falscher Name, ein Tippfehler im Datum oder ein fehlendes Ergebnis – reicht jeder gewöhnliche Texteditor. Das Tag-Format ist simpel und lässt sich gefahrlos manuell anpassen: [White "Falscher Name"] wird zu [White "Richtiger Name"], ohne dass etwas kaputtgeht. Wichtig ist nur, die Zugnotation unangetastet zu lassen: Zugnummern, algebraische Notation und vollständige Klammern bei Kommentaren. Siehe unseren Leitfaden zum PGN-Format, falls du unsicher bist.

Option 2: Schachbrett-basierte Online-Editoren

Für alles, was über einfache Textkorrekturen hinausgeht – Varianten ergänzen, Züge umstellen oder eine Partie durch Klicks auf dem Brett aufbauen –, ist ein visueller Editor schneller und sicherer, da er regelwidrige Züge gar nicht erst zulässt. Die meisten ermöglichen es, eine PGN zu laden, Züge durchzuklicken, an beliebiger Stelle Varianten einzufügen und das Ergebnis zu exportieren. Die Studien-Funktion von Lichess ist hierfür eine erstklassige, kostenlose Option, wenn man Inhalte auch teilen möchte.

Option 3: Desktop-Schachdatenbanken

Wer eine umfangreiche persönliche Sammlung pflegt – jahrelange eigene Partien oder ein detailliertes Eröffnungsrepertoire –, greift am besten zu einer Desktop-Anwendung (wie ChessBase oder dessen freie Alternativen). Diese bieten mächtige Massenoperationen: Suchen über Zehntausende Partien, Zusammenführen von Datenbanken, Auffinden von Dubletten und stapelweises Umbenennen von Metadaten. Für eine einzelne Datei zu viel des Guten, für ganze Archive unverzichtbar.

Wann welcher Editor sinnvoll ist

  • Kopfdaten korrigieren – ein einfacher Texteditor ist am schnellsten.
  • Kommentare oder Varianten hinzufügen – ein visueller Editor verhindert Tippfehler.
  • Eine Partie ab einer bestimmten Stellung abschneiden – einfach alle Züge nach der gewünschten Zugnummer im Text löschen und das Ergebnis * setzen.
  • Partien zusammenführen – Partietexte einfach nacheinander in eine Datei kopieren.

Typische Fallstricke: Zeichensatz und Zugzählung

Zwei Fehler treten besonders häufig auf. Erstens: Sonderzeichen in Spielernamen (Umlaute, Akzente) erfordern die Speicherung in UTF-8, da manche Programme sonst Hieroglyphen anzeigen. Zweitens: Wer manuell Züge mitten aus einer Partie löscht, muss bedenken, dass Schwarz von Weiß abhängt. Einen vollen Zug (Weiß und Schwarz) zu entfernen, hält die Zählung intakt; nur einen Halbzug zu löschen, zerstört die Regelkonformität der gesamten Folge.

Nach dem Bearbeiten prüfen

Die schnellste Prüfung für eine bearbeitete PGN ist das Laden in ein Tool, das die Züge abspielt. Füge die Datei bei Chesslume ein: Lädt und läuft die Partie einwandfrei durch, ist die Syntax korrekt – und du erhältst direkt eine kostenlose Stockfish-Analyse dazu.

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