Leitfaden17. Juni 2026·6 Min. Lesezeit

Wie du eine PGN für die Schachanalyse importierst

Was eine PGN-Datei ist, woher du sie von Chess.com, Lichess oder Schach-Apps erhältst und wie du jede Partie kostenlos mit einer Engine analysierst.


Eine PGN ist das universelle Standardformat für aufgezeichnete Schachpartien. Der Import ist der schnellste Weg, um Partien auszuwerten, die nicht auf deiner gewohnten Plattform stattfanden. Ob Vereinsabend, Turnierpartie oder eine andere App: Liegt die PGN vor, steht einer vollständigen Analyse nichts im Weg.

Was ist eine PGN?

PGN steht für Portable Game Notation. Es handelt sich um ein reines Textformat, das die Züge einer Partie zusammen mit Metadaten wie Spielernamen, Datum und Ergebnis festhält. Da es sich um einfachen Text handelt, kann jedes gängige Schachprogramm PGN-Dateien lesen und schreiben – ein universeller Standard für alle Systeme.

Woher du eine PGN bekommst

  • Chess.com: Öffne eine Partie und wähle die Teilen- oder Download-Option, um die PGN zu kopieren oder zu speichern.
  • Lichess: Zu jeder Partie und jeder Studie steht ein PGN-Download bereit; auch dein kompletter Verlauf lässt sich exportieren.
  • Elektronische Bretter und Turnier-Apps: Bieten meist den direkten Export von Partien oder Partieformularen als PGN an.
  • Selbst abtippen: Liegt dir nur ein Papierformular vor, genügt bereits die Aneinanderreihung der Züge (z. B. 1. e4 e5 2. Nf3).

Importieren und Auswerten

Es gibt zwei Wege: Den PGN-Text direkt in das Eingabefeld einfügen oder die .pgn-Datei hochladen. Das Programm liest die Züge ein, rekonstruiert die Stellungen und lässt die Engine über die Partie laufen. Eine einzelne PGN-Datei kann auch mehrere Partien enthalten, die sich nach dem Import einzeln anwählen lassen.

Was das Analyse-Ergebnis liefert

Denselben detaillierten Bericht wie bei einer Online-Partie: Genauigkeitswert, Bewertungsgraph und Einstufungen für jeden Zug von Bester Zug bis Grober Fehler. Wer Hilfe bei der Interpretation benötigt, findet in unseren Artikeln zu Genauigkeit und Zugbewertungen alle Erläuterungen.

Häufige PGN-Probleme beheben

Schlägt der Import fehl, liegt es meist an Kleinigkeiten. Eine Datei mit falscher Dateiendung (wie .txt statt .pgn) funktioniert oft problemlos, wenn man den Text direkt hineinkopiert. Fehlende Zugnummern oder Kopfzeilen können strenge Parser verwirren – ein flexibles Tool benötigt jedoch nur die Zugfolge. Sind Kommentare oder Nebenvarianten in geschweiften Klammern enthalten, filtern die meisten Programme diese automatisch heraus. Prüfe bei hartnäckigen Fehlern, ob die Züge in algebraischer Standardnotation vorliegen (Nf3, nicht Sg1-f3) und ob die Datei vollständig ist.

Was tun ohne digitale Datei?

Hast du nur ein handschriftliches Partieformular aus dem Verein vor dir, brauchst du keine Spezialsoftware: Eine nummerierte Textzeile (1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 ...) ist bereits eine gültige PGN. Einmal abgetippt, lässt sich die Turnierpartie genauso bequem analysieren wie eine Online-Partie.

Den gesamten Partieverlauf auf einmal importieren

Sowohl Chess.com als auch Lichess ermöglichen den Export deines gesamten Partiearchivs als gebündelte PGN-Datei mit Hunderten oder Tausenden Partien. Diese Datei kann nach dem Upload partieübergreifend durchstöbert werden, sodass du alte Partien mühelos aufarbeiten kannst, ohne einen aktiven Account auf der Ursprungsseite zu benötigen.

Warum das so wertvoll ist

Deine lehrreichsten Partien sind oft jene, die nicht online gespielt wurden: Der lange Kampf am Vereinsabend oder die schmerzhafte Turnierniederlage. Der PGN-Import stellt sicher, dass kein wichtiges Spiel ungeprüft bleibt. Füge eine PGN bei Chesslume ein und erhalte in unter einer Minute eine kostenlose Stockfish-Analyse. Ganz ohne Anmeldung.

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